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Mercedes-Benz: Rennen im Wandel der Zeit

Am 19. Mai 2006 wurde in Stuttgart das neue Mercedes-Benz Museum eröffnet. Im Museum integriert sind zwei Simulatoren (gebaut von der Firma Simtec aus Braunschweig), bestückt mit dem Film „Rennen im Wandel der Zeit“.

Aus der Rennhistorie von Mercedes wurden fünf beispielhafte Epochen ausgewählt und die entsprechenden Fahrzeuge integriert. Die Gestaltung sollte die Fahrzeuge absolut realistisch darstellen und nahtlos in die jeweilige Zeit einpassen, sowohl von der Filmsprache her als auch von der zeitgemäßen Technik. Die Besonderheit dabei ist, dass Fahrten in Fahrzeugen der ausgewählten Epochen vom Besucher subjektiv erlebt werden können. Es sollte dabei jedoch kein Simulatorfilm im „Kirmes-Stil“ herauskommen (so Herr von Pein, Leiter des MB Museums), also keine Umsetzung in der Art eines 3D-Spieles.

Die Dreharbeiten mit den Originalfahrzeugen entpuppten sich als schwierige Aufgabe. Nur drei der Fahrzeuge waren bedingt fahrtauglich. Zwei Fahrzeuge mussten ganz auf Rampen mit Radantrieben im Studio vor Bluescreen gedreht werden. Der Formel 1 Bolide musste gezogen und zusätzlich im Studio aufgenommen werden. Mittels Storyboard und 3D Pre-Visualization wurden alle Fahrten und Bewegungen der Kamera genauestens geplant.

Als Format für die Dreharbeiten wurde HDV festgelegt. Alle Kranfahrten auf der Rennstrecke wurden mit dem T-Rex Schnorchel gedreht, um nahe genug an die Fahrzeuge heranzukommen. Teilweise war die Kamera während der Fahrten mit dem mitfahrenden Kran bis auf 15cm an den Autos dran.

In der Postproduktion wurden alle gedrehten Hintergründe durch Environment Replacing ersetzt. Die hyperrealistischen Backgrounds wurden in 3D erstellt. Dazu wurden zunächst alle Aufnahmen in einem komplexen Verfahren motion-getrackt. Im Finishing wurden alle Materialien ihrer Epoche entsprechend den Filmmaterialien angepasst. Sogar Nitroflecken und Materialkratzer wurden real erzeugt.

Entstanden ist eine eindrucksvolle Reise durch die Zeitepochen der Mercedes-Renngeschichte mit Zeitdokumenten der Fahrzeuge – und das ganze als höchst spannendes subjektives Erlebnis für die Besucher.